Duisburger Segel-Club e.V.

Wassersport an der Sechs-Seen-Platte Duisburg

Durch Wind, Wetter und Herausforderungen – mit starkem Teamgeist beim Helga Cup 2026

Pottladies7Regen peitschte über die Alster, Böen von über 30 Knoten forderten Mensch, sowie Material, und schon vor dem ersten Start wartete die erste Überraschung auf uns: Unsere Unterkunft war plötzlich storniert. Kein idealer Auftakt für den Helga Cup 2026. Doch genau solche Momente zeigen, was ein Team ausmacht.

Nach unserem intensiven Trainingswochenende an Pfingsten machten wir uns am 11. Juni voller Motivation und Vorfreude auf den Weg nach Hamburg zum Helga Cup, mit rund 360 Seglerinnen die größte Frauenregatta der Welt.
Wer sind eigentlich wir? In diesem Jahr gingen wir mit Maike Böving als Steuerfrau, Katharina Niedenzu an der Taktik, Nina Heise an Fock und Gennaker sowie Kim Steffes-lai auf dem Vorschiff an den Start. Wer Ninas Bericht über unser Trainingswochenende aufmerksam gelesen hat, wird festgestellt haben: In genau dieser Besetzung haben wir zuvor noch nie zusammen auf einer J/70 trainiert. Entsprechend offen und ohne große Erwartungen starteten wir in das Wochenende. Ein Ziel hatten wir allerdings trotzdem: mindestens einen Platz besser als im Vorjahr und damit gleich zwei Plätze besser als noch vor zwei Jahren.

Bereits am Donnerstag nutzten wir die Gelegenheit, uns mit den wechselhaften Bedingungen auf der Hamburger Außenalster vertraut zu machen. Denn wer denkt, der Wind in Duisburg würde schon ordentlich drehen, war vermutlich noch nie auf der Alster unterwegs. Gemeinsam mit neun weiteren Teams trainierten wir drei Stunden lang und konnten uns dabei von Minute zu Minute steigern. Anschließend ging es zum Wettfahrtsbriefing mit anschließendem BBQ. Besonders für Maike und Kim gab es viele bekannte Gesichter wiederzusehen. Es wurde viel gequatscht, gelacht und natürlich schon über die bevorstehenden Wettfahrten philosophiert.

Pottladies1

Weniger Grund zur Vorfreude bot allerdings unsere Unterkunft. Nach einer langen Anreise im Regen und mit reichlich Gepäck standen wir an der Rezeption, nur um dann zu hören: „Ihre Buchung wurde storniert. Da können wir leider nichts machen.“ Plötzlich standen wir am Donnerstagabend ohne Schlafplatz in Hamburg. Also hieß es improvisieren: telefonieren, diskutieren, sämtliche Überzeugungskünste auspacken und dabei trotzdem die gute Laune nicht verlieren. Am Ende konnten wir für zumindest für die erste Nacht noch ein Zimmer ergattern. Für die restlichen beiden Nächte fanden wir spontan zum Glück noch Platz in einer Jugendherberge, gar nicht so selbstverständlich an einem Wochenende in Hamburg. Rückblickend war das wohl unsere erste Teamaufgabe des Wochenendes und eine gute Vorbereitung auf die kommenden Herausforderungen auf dem Wasser.

Nach einer kurzen Nacht ging es am Freitagmorgen pünktlich zum Norddeutschen Regatta Verein. Das Wetter begrüßte uns wie angekündigt mit grauem Himmel und immer wiederkehrenden Regenschauern. Die Stimmung an Bord ließ sich davon jedoch nicht trüben; wir waren bereit für unsere erste Wettfahrt. Doch zunächst hatte das Wetter andere Pläne. Kaum am Regattafeld angekommen, schlief der Wind komplett ein. Nach zwei Stunden Warten auf dem Wasser, begleitet von immer neuen Regenschauern, wurden wir zunächst zurück in Richtung Hafen geschickt, trotzdem blieben wir dank guter Segelkleidung, Musik an Bord und Essensversorgung von dem Shuttleboot bei bester Laune. Plötzlich wandelte sich das Wetter innerhalb von Minuten und unter strahlend blauem Himmel, konstantem Wind und mit sicheren Manövern gelang uns direkt ein starker Einstieg ins Wochenende: Platz zwei im ersten Rennen! Besser hätte der Auftakt kaum laufen können. Im darauffolgenden Rennen verhinderten jedoch mehrere kleine Probleme einen rechtzeitigen Start. Das war ärgerlich und stellte nicht nur den Tag, sondern auch unser Teamgefühl kurzzeitig auf die Probe. Gesegelt wurde übrigens mit insgesamt 18 Booten, aufgeteilt in drei Flights mit jeweils sechs Booten. Jedes Team startete einmal pro Flight, sodass ständig spannende und abwechslungsreiche Rennen auf dem Programm standen. Trotz des durchwachsenen Wetters fand der Tag bei gutem Essen, tollen Gesprächen und einem wunderschönen Sonnenuntergang über der Alster einen perfekten Ausklang.

Pottladies5

Mit neuer Energie starteten wir in den zweiten offiziellen Regattatag. Bereits auf dem Weg zum Clubhaus war klar: Heute würde die Alster ihrem Ruf wieder einmal gerecht werden. Drehende Böen, Schaumkronen und jede Menge Bewegung auf dem Wasser, typisch Hamburg eben. „Na super“, dachten wir uns, „das kann ja was werden.“ Tatsächlich hielten sich der starke Wind und immer wiederkehrende Regenschauer hartnäckig den ganzen Tag. Doch weder das Organisationsteam des Helga Cups noch die teilnehmenden Seglerinnen ließen sich davon aufhalten. Im Gegenteil: Überall war Vorfreude, Teamgeist und gegenseitige Unterstützung zu spüren. Genau das macht den Helga Cup jedes Jahr aufs Neue so besonders. Zwischendurch frischte der Wind sogar so stark auf, dass wir nur noch unter Whiskey segeln durften, also nicht mit dem Getränk, sondern unter der Whiskey-Flagge, die das Gennaker-Verbot signalisiert. Bei Böen von bis zu 35 Knoten war das definitiv die richtige Entscheidung. Nach mehreren erfolgreichen Rennen und jeder Menge Spaß auf dem Wasser ging es am Abend wieder ins Clubhaus. Dort wurden verschiedene Teams geehrt und der Regattatag gemeinsam gefeiert. Für uns fiel die Party allerdings etwas kürzer aus. Da wir am nächsten Morgen direkt in der ersten Wettfahrt starten und dafür das Boot aufbauen mussten, entschieden wir uns für eine Extraportion Schlaf.

Früh begann damit auch der letzte Regattatag. Der gute Schlaf hatte sich gelohnt, und wir konnten mit zufriedener Leistung in den letzten Regattatag starten. Mit einem fünften Platz endete unsere letzte Wettfahrt eines rundum actionreichen Wochenendes. Trotzdem waren wir mit unserem Gesamtergebnis mehr als zufrieden. Unser Ziel war es gewesen, einen Platz besser als im Vorjahr abzuschneiden und zwei Plätze besser als vor zwei Jahren. Mit Platz 33 von insgesamt 64 Teams konnten wir dieses Ziel sogar deutlich übertreffen. Passend zum Finale der besten zehn Teams legte der Wind noch einmal kräftig zu und sorgte für ein spannendes Ende der Regatta. Die genauen Ergebnisse findet ihr unter SAP Sailing, außerdem gibt es einen Livestream von dem Wochenende auf YouTube.
Das eigentliche Highlight des Helga Cups ist für uns aber wie jedes Jahr etwas anderes: die besondere Atmosphäre. Ganz egal ob Regatta-Neuling, Bundesliga-Seglerin oder Olympiateilnehmerin, auf und neben dem Wasser unterstützen sich alle gegenseitig und fiebern miteinander mit. Genau dieses Miteinander macht den Helga Cup so einzigartig.

Während des Wochenendes kam deshalb immer wieder dieselbe Idee auf: Zum 10-jährigen Jubiläum des Helga Cups im nächsten Jahr möchten wir gerne mit zwei Teams an den Start gehen. Falls es also noch Frauen in unserem Verein gibt, die Lust haben, J/70 zu segeln und Teil dieses besonderen Regattaformats zu werden, meldet euch gerne bei uns! Vielleicht denkt ihr jetzt: „Ich bin schon viel zu lange nicht mehr gesegelt und Regatten erst recht nicht.“ Genau das haben Nina und Katha anfangs auch gesagt. Unser Ergebnis zeigt aber, dass das überhaupt kein Hindernis ist.
Besondere Voraussetzungen gibt es nicht. Wichtig sind vor allem die Freude am Segeln, Teamgeist und die Bereitschaft, gemeinsam Neues zu lernen. Über unsere WhatsApp-Gruppe, der man über diesen Link beitreten kann, können wir dann gemeinsam die Planungen für den Helga Cup 2027 angehen. Weitere Bilder gibt es hier.

Wir hören uns hoffentlich im nächsten Jahr!

Eure Pottladys 2.0

Aktuelle Seite: Willkommen Regattasegeln Durch Wind, Wetter und Herausforderungen – mit starkem Teamgeist beim Helga Cup 2026
Diese Webseite verwendet personenbezogene Daten wie Cookies und IP-Adressen. Cookies werden zur Benutzerführung und Webanalyse verwendet und helfen dabei, diese Webseite zu verbessern. Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit unserer Cookie-Police einverstanden.