Duisburger Segel-Club e.V.

Wassersport an der Sechs-Seen-Platte Duisburg

WATT, is los?

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Harlingen, September 2018, 31 Leute des Duisburger Segel-Clubs, ein Schiff und eine Wettervorhersage für Mutige.

Am 21. Septmber starten jede Menge Clubmitglieder vom Ruhrgebiet Richtung Friesland. Es wird eingekauft, Fahrgemeinschaften gebildet und alles an Ölzeug eingepackt, was zu finden ist, denn die Wettervorhersage behauptet, dass nach 18 Wochen Sommer nun ausgerechnet an diesem Wochenende der Herbst Einzug hält, mit viel Regen und noch mehr Wind. Das kann die Segler des DSCs nicht erschüttern und alle nehmen die Herausforderung fröhlich an.

Am Freitag lernen wir unser zu Hause für die nächsten Tage kennen: Die Mars: Länge 32 m, Breite 6,20 m, Segelfläche 375m2 oder kurz: ein sehr beeindruckendes Plattboot. Schnell sind die Kabinen bezogen, das Gepäck verstaut und das Fass angestochen. Bei einem gepflegten ersten Glas Bier lernen wir unseren Skipper Marc kennen, der uns eine kurze Einweisung in die Does and Don´ts auf unserem Schiff gibt. Wir lernen: Ist alles nicht so viel anders als auf unseren Schiffen, aber viel, viel größer. Wir lernen aber auch: Marc hält uns für Semi-Profis und ist skeptisch ob der vielen Hobbykapitäne an Bord.

Während es draußen stürmt und regnet wird es unter Deck gemütlich und entspannt.
Es werden die verschiedenen Erfahrungen mit Plattbooten und stürmischer See ausgetauscht, aber auch jede Menge Seemannsgarn.

Der Samstag startet mit einem fulminanten Frühstück und der Befürchtung: Vielleicht fahren wir bei dem Wind (6 Bft und in Böen auch mal 8) ja binnen oder gar nicht....
Aber Skipper Marc ist zuversichtlich: 2. Reff ins Groß und Fock, Besan bleibt unten, aber der Weg nach Terschelling sollte kein Problem sein. Nur das mit dem trockenfallen wird leider nichts. T-Bo unser französischer Maat fragt nach „a few helping hands“ und schon geht es gemeinsam mit vielen anderen Plattbooten hinaus aufs Watt. So muss es ausgesehen haben, als sich die spanische Armada auf den Weg nach England gemacht hat. Sehr beeindruckend, wenn so viele historische Plattboote auslaufen, noch mehr, wenn man selbst Teil dieser Flotte ist. Zunächst geht es gegen an im Fahrwasser, so dass die Segel erst an Boje 15 gehisst werden können. Immer wieder ziehen dunkle Wolken über uns hinweg, die Regen und Wind für uns bereithalten, aber dass macht die DSC-Seemannschaft nur fröhlicher.
Unter lauten Anfeuerungsrufen werden die Segel gezogen und wir gehen auf die Kreuz. Zahlreiche Wenden später, weiß jeder: vor der Wende poltert es, wenn das Schwert auf der zukünftigen Lee-Seite herabgelassen wird und manchmal kann Frau den Männern auch mal den Vortritt lassen, denn bei jeder Wende ist doch einiges zu ziehen und der eine oder andere bekommt noch eine kalte Dusche, wenn das Segel auf die andere Seite geht. Mancher lässt auf dem mitgebrachten Tablett den Kartenplotter mitlaufen, denn sicher ist sicher, wer weiß, ob der Skipper denn wirklich den Weg kennt...
Überraschenderweise findet Marc die friesische Insel Terschelling und nachdem wir erst ein bisschen vor der Hafeneinfahrt warten müssen, liegt die Mars im Päckchen fest. Auch wenn die Überfahrt vielleicht doch zu der einen oder anderen Übelkeit führt, geht es geschlossen zur Fischbude am Hafen, vorbei an dem Bojen-Depot (oh, so groß sind die Dinger, wenn sie an Land stehen) und einem spannenden Museum der Taucher, die schon im Vorgarten tolle Exponate, wie alte Kanonen und U-Boot-Teile stehen haben. Leider ist weder das Wetter noch die Zeit eine ausgiebige Radtour über die Insel zu machen, aber beim Segeln ist ja bekanntlich der Weg das Ziel. 19.30h wird zum Ruhrpottmahl gerufen, mit Bochumer Currywurst, Nudeln und Salat. Viele Smutjes versalzen die Suppe, gilt natürlich nicht für den DSC, so dass alle satt und glücklich sind. Auch der zweite Abend wird mit Klönen, Spielen und einem geselligen Glas Bier verbracht. Es zeigt sich, dass wir auch nach 24 Stunden noch bester Stimmung sind und es auch noch immer viel zu erzählen gibt. Lagerkoller-Fehlanzeige!!watt is los unterwegs

Der Sonntag startet mit Regen und still ruht das Watt....
Kann der Wind nicht gerecht auf das ganze Wochenende verteilt sein???
Nachdem um 10.00h auch das letzte der 100 Eier vertilgt ist, machen sich alle für Regen ohne Wind bereit. Nur unser Nachbarschiff hält nichts von unserem Plan und macht nur wenig Anstalten abzulegen. Als Marc aber hartnäckig bleibt und den Motor einfach nicht mehr aus macht, legen auch die Nachbarn ab und los geht`s zurück nach Harlingen. Unter Motor und bei ruhiger See lassen sich die Naturschauspiele des Wattenmeeres in aller Ruhe bestaunen. Backbord: Seehunde, Steuerbord: Schweinswale und über uns Zugvögel auf ihrem Weg Richtung Süden. So wird es niemanden an Bord langweilig und trotz Dauerregen sind meist alle an Deck um zu steuern, in den Klüver zu klettern oder einfach nur die Weite der See zu genießen.
Als wir gegen 14.00h wieder in Harlingen festmachen, sind sich alle einig: Ein wunderbares Wochenende mit tollen Menschen und unvergessenen Erlebnissen liegt hinter uns.
Selbst unser sonst doch sehr zurückhaltende Skipper Mark, lässt sich dazu hinreißen mit Superlativen um sich zu werfen: „Es ist etwas ganz besonderes mit einem Boot voller Segler zu fahren, für mich war es beinahe wie Urlaub. Bitte kommt nächstes Jahr wieder.“

Vielleicht ist dieses Wochenende ja der Beginn einer neuen fantastischen Tradition in unserem Club und es heißt ab jetzt immer im September: Der DSC ist auf der Mars.

Abschließend muss aber auch gesagt werden, dass dies nur möglich ist mit engagierten Clubmitgliedern, die viel Zeit darauf verwenden so etwas zu ermöglichen, allen voran unser Fahrtensegelwart Marcus Kleinke, der dies in vielen Stunden organisiert hat. DANKE aber auch allen Beteiligten, die sich auf dieses Abenteuer eingelassen haben.

Michaela Stein

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